7. Dezember 2016

Wie man in Berlin sagt: "Jwd!"

Anfang Oktober zog es den Schneck und mich nach jwd. Also nach "janz weit draußen". Das Stichwort lautet Uckermark. Meine Schwester lud zu ihrem Geburtstag ein und Cousinchen J. und Freund U. wollten das mit einer Radtour verbinden. Da sagten der Schneck und ich nicht nein. Also machten wir uns an einem Samstagmorgen auf Richtung Uckermark!

Den größten Teil brachten wir entspannt mit dem Zug hinter uns. Dennoch wollten wir noch 70 km an einem Tag erradeln. Glücklicherweise stiegen wir in Berlin recht früh in den Regio ein, denn nach uns kamen noch tausend andere Fahrräder.
Frühstücken im Zug
Zum Glück waren wir die ersten Radler...
Unser Startpunkt war Eberswalde. Von dort wollten wir einen Umweg nehmen und das Schiffshebewerk Niederfinow angucken. Fast hätten wir uns wegen des Regens umentschieden, aber wenn man schonmal so weit draußen ist, dann guckt man sich auch das Hebewerk an! Außerdem ließ der Regen schon etwas nach. (Das sollte sich noch stark ändern...)
Das Schiffshebewerk Niederfinow
Gigantisch!
Daneben entsteht schon das neue und größere...



Das erste Bier!
Schon als Kind hatte ich mir das Schiffshebewerk angesehen und es war immer noch sehr beeindruckend! Wenn das neue steht, kommen wir wieder :) Nach diesem Zwischenstopp schwangen wir vier uns wieder auf die Fahrräder und kämpften uns die 50 km zu meiner Schwester durch. Es gab idyllische Landschaften, tolle Fahrradwege und bewölktes Wetter sowie sandige, rutschige und holprige Mistwege mit Sturzregen. Eine wirklich abenteuerliche Fahrt! Wir sahen viele Brandenburgische Dörfer, dunkle Wälder und schöne Gewässer. Die Kilometer zehrten aber gewaltigen an den Beinen und auch das immer schlechterwerdende Wetter waren eine kleine Herausforderung. Irgendwann regnete es nur noch in Strömen, sodass die Feldwege fast unpassierbar mit unseren vollbeladenen Rädern wurden oder wir kaum etwas auf den Straßen erkennen konnten (Brillenträger...). Durch das stundenlange Fahren hatte ich so keine Lust mehr. Triefnass und vollkommen erschöpft! Nach einer gefühlten Ewigkeit kamen wir aber endlich im Trockenen an und konnten uns warm duschen. Die anschließende Pizza brachte ebenfalls die Geister zurück in meinen ausgelaugten Körper.
Idyllische Landschaft beim Radeln
Sehr neugierige, aber auch ängstliche Kühe
Eigentlich wollten wir vier zelten, denn Anfang Oktober ist das Wetter noch ertragbar. Aber wir hatten Pech und so wurden wir spontan in einem Bauwagen einquatiert. Es war zwar bitterlich kalt, aber wenigstens trocken!
Unsere Schlafhöhle
Am Sonntag kamen auch die anderen Gäste in die Uckermark (aber mit Auto) und so feierten wir in einer alten Scheune mit anschließendem Lagerfeuer.
Der Partyraum
Gemütlich am Lagerfeuer
Den Montag verbrachten wir spontan auf einem örtlichen Trödelmarkt. Dieser war so gut besucht, dass schon 500 m vor dem Ortseingangsschild die Autos parkten. Es war ein extrem lang gezogener Markt an einem Feldweg und obwohl es großen Spaß machte, hatte ich keine Lust mich zu bewegen. Die Beine waren einfach zu ausgelaugt. Ich habe aber meinen schönen Adventsteller für wenig Geld gefunden und der Schneck ein Brettspiel.
Wenn mal etwas los ist, kommen alle.
Der Rückweg nach Berlin war dann nicht mehr so anstrengend. Der Schneck und ich fuhren nur 10 km bis zum nächsten Bahnhof und nahmen dann den Zug. Leider gab es am Bahnhof keinen Aufzug, sodass wir zwei lange Treppen mit den schweren Fahrrädern überwinden mussten... Im Regio gab es dann erstmal ein Stärkungsbier!
Das wohlverdiente Abschlussbier
Zum gemütlichen Abschluss nach diesem wirklich, wirklich anstrengenden Wochenende gönnten wir uns eine fette Pizza vom Lieferservice und den Film "Die Unglaublichen". Wir waren so K. o.! Diese Tour mache ich nie wieder!

1 Kommentar:

Schwester Schneck hat gesagt…

Ohje, das klingt ja schon beim Lesen fürchterlich anstrengend O.O
Die Abschlusspizza hattet ihr euch dann aber sowas von verdient!!