29. Juni 2016

Duschen im öffentlichen Nahverkehr

Ich bin jetzt Berliner und jeder Berliner führt eine innige Liebe zum öffentlichen Nahverkehr. Einerseits lieben wir unsere gelbe BVG, aber wenn es mal wieder hakt (Schneefall, eingefrorene Weichen, Verzögerungen im Betriebsablauf, Stau, ...), mögen wir sie etwas weniger. Und trotzdem haben der Schneck und ich uns durch einen witzigen Zufall dazu entschlossen von nun an in der U-Bahn zu duschen ;)

Wir sind eines Tages mit der U-Bahn gefahren und sahen auf dem Boden einen abgerissenen Haltegriff liegen. Durch Rumgealber kamen wir auf die supercoole Idee in unserer neuen Wohnung einen Platz dafür zu finden. Vielleicht an einer Gardinienstange? Oder... im Badezimmer. An der Duschstange!!!

Nach einigem Überlegen und Tüfteln kamen wir auf folgende Lösung. Wir haben dazu folgende Sachen verbaut: (Das Bild habe ich am Anfang gemacht, aber beim Werkeln kamen einige Änderungen dazu, sodass das Bild nicht ganz stimmt.)
- 2 Leerrohre für Kabel (2 m lang)
- 2 Verbindungsstücke für die Leerrohre
- 2 Muffen für die Leerrohre
- 2 Schellen für die Leerrohre
- 6 Nägel
- 2 Türstopper
- 2 passende Schrauben mit Dübel
- 1 Gewindestange (1 m lang)
- 2 Verbindungsmuffen für Gewindestangen
- 8 Muttern
- 2 Klappdübel
- Nägel
- gelber Sprühlack
- 10 Duschhangringe, durchsichtig
- Duschvorhang mit BVG-Logo
- 1 BVG-Haltegriff

Wir haben uns für die Leerrohre entschieden, weil sie leicht sind (dünne Decke), einfach zu verarbeiten und unglaublich günstig.
ungefähre Materialübersicht
Als erstes musste natürlich alles vermessen werden. Danach konnten die Leerrohre und die Gewindestange entsprechend zugeschnitten werden. Die Schnittstellen wurden dann abgefeilt, damit die hässlichen Grate weg sind.
zugeschnittene Rohre
Schön glatt feilen!
Nach dem Zuschneiden konnten die Rohre, die Verbindungsstücke und die Schellen in strahlendem BVG-Gelb lackiert werden.
Eigentlich wollten wir die Gewindestangen mit Hilfe von Stockschrauben in der Decke befestigen. Das ging aber nach hinten los. Die Decke ist einfach viel zu dünn und hält nichts. Also ging's nach Absprache mit Papa Schneck in den Baumarkt um "Klappdübel" zu kaufen. Der nette Baumarktberater riet uns dann zu zwei Ungetümen, an denen die Gewindestangen durch die Verbindungsmuffen einfach zu befestigen sind.

Also befestigten wir am oberen Teil die zwei Gewindestangen an den Klappdübeln mit den Verbingsungsmuffen und jeweils 2 Muttern. Am unteren Teil der Stangen haben wir die gelben Schellen mit jeweils 2 Muttern verbunden.
Klappdübel
Klappdübel mit oberer Gewindestange
Schelle mit Gewindestange
Damit die Duschstange nicht nur von der Decke Stabilität erfährt, haben wir zwei passende Türstopper an der Wand angebracht, an denen die zwei parallelen Leerrohre Halt finden.
umfunktionierter Türstopper

Nagel zum Befestigen...

...der Leerrohre.
Alle Verbindungen haben wir mit kleinen Nägeln gesichert, sodass alles fest bleibt und nicht rausrutscht.
Das Endkonstrukt sieht dann so aus:
Stabil, wunderschön und gelb

Mit Haltegriff
Natürlich fehlt noch ein Duschvorhang. Den wollten wir passend im U-Bahn-Design. Auf den Scheiben der U-Bahnen ist eine Schutzfolie mit Brandenburger Toren drauf. Als Berliner kennt man das Logo und auch die Aufregung darum. Wer mehr wissen will, liest z. B. hier nach. Wir mussten den Vorhang aber selber designen, weil's natürlich sowas noch nicht gibt. Beim Entwurf hatten wir sehr große Hilfe von Schwester Schneck (Danke! Danke! Danke!), die sowas im Schlaf kann ;)
BVG-Duschvorhang
Das Logo wollten wir bewusst falsch haben und sogar das hat Schwester Schneck hinbekommen.
Nur echt mit Fehlern
Der stolze Bauarbeiter
Jetzt ist alles komplett fertig und wir können "öffentlich" duschen ohne das ganze Bad nass zu machen! Nachbauen wird dringend empfohlen :D

22. Juni 2016

Modellpark Berlin-Brandenburg

Das ist jetzt schon etwas länger her, aber als der Schneck und ich frisch zusammengezogen waren und der Sommer noch weit weg war... wollten wir an einem der ersten sonnigen Sonntage irgendwie raus. Wir waren den ganzen Tag in der Wohnung und wollten das schöne Wetter für einen Spaziergang nutzen. Also ging es ab in die Wuhlheide.

Nach einigen Minuten kamen wir spontan am Modellpark Berlin-Brandenburg vorbei und weil wir eh nichts weiteres vor hatten, gingen wir rein.

Der Park scheint auf den ersten Blick ziemlich klein, aber wir haben über eine Stunde gebraucht um uns alles anzugucken und waren auch die letzten, die den Park verließen. Es werden verschiedene Sehenswürdigkeiten und Gebäude aus ganz Berlin und Brandenburg als Miniaturen nachgebildet. Einige waren gerade mal einen Meter groß, andere wiederum ragten über 2 m hoch. So konnten wir unteranderem die Burg Rabenstein, das Rathaus Spandau, die Glienicker Brücke, aber auch das Reichstags Gebäude innerhalb einer Stunde besuchen. Trotz des wechselhaften und zum Schluss sehr frostigen Wetters hatten wir viel Spaß und merken uns das für eventuelle Berlinbesucher :)




 

16. Juni 2016

Geburtstage und EM 2016

Anfang Juni haben in meiner Familie zwei Herrschaften Geburtstag und wie es nun mal so ist, finden die Fußball-Meistenschaften (Welt- und Europa-) immer in diesem Zeitraum statt. Also treffen wir uns alle zwei Jahre, feiern Geburtstag UND können dabei Fußball gucken. Einerseits gibt's dazu Gegrilltes auf der Terasse und andererseits gibt's einen Beamer und Pilsener Urquell :) Dieses Jahr macht mir die EM besonders viel Spaß und durch meinen Stundenplan kann ich sogar fast täglich ab 15 Uhr Fußball gucken! Hoffentlich lohnt sich das und mit ein bisschen Glück und Verstand schafft vielleicht sogar der Deutsche Weltmeister dieses Turnier zu gewinnen! Die Daumen sind gedrückt.
Scharfe Maskottchen

11. Juni 2016

Fahr Rad! - Auf dem Radel demonstrieren

Am letzten Sonntag fand die ADFC Sternfahrt in Berlin statt. Demonstrieren für das Radfahren in Berlin! Der Schneck hatte davon erfahren und wollte sehr gerne mitmachen. Also sattelten Cousinchen J., Freund U. und wir die Räder und machten uns zu viert auf zur Sternfahrt.

Ein Treffpunkt von vielen war an diesem sonnigen und warmen Sonntag ganz bei uns in der Nähe. Wir sind keine 2 Minuten hingefahren. Dort warteten schon andere Radfahrer im Schatten auf den "Beginn", also auf den Trupp, der in unsere Richtung fuhr und uns sozusagen einsammelte. Mit etwas Verspätung kamen sie dann. Und es waren viiiele! Das hatte mich ziemlich überrascht, aber wenn 140.000 Radfahrer mitmachen, dann müssen die auch irgendwo herkommen. Selbst aus unserer entlegenen Ecke :)
Voll ausgerüstet mit Helm, Warnweste, Sonnencreme und Sonnenbrille!
Unser Startpunkt war schon sehr gut befahren.
Nachdem wir es geschafft hatten uns in die Menge einzuordnen, konnten wir ganz gemütlich für ein fahrradfreundliches Berlin demonstrieren. Das Fahrtempo war anfangs ziemlich gemütlich, weil man auf so viele andere Radfahrer Acht geben musste. Außerdem war es schließlich kein Radrennen, sondern eine Demo. Die sind meistens nicht ganz so schnell ;)
Es war schön zu sehen, was die Leute für unterschiedliche Fahrräder fahren bzw. wie sie "ausgerüstet" sind (Viele Helme waren vertreten! Sehr löblich!). Man hat die verrücktesten Dinger gesehen. Mein Favorit ist das "Doppelfahrrad". Da hat jemand zwei Fahrradrahmen übereinander(!) geschweißt, die Kette nach oben gezogen und fuhr dann doppelt so hoch wie wir anderen. Ich dachte zu erst, dass man da nur mit Mühe hochkommt, aber der Fahrer schwang locker ein Bein auf das eine Pedal und zack war er oben. Er war fast schneller oben als so manch anderer auf seinem "normal hohen" Rad. Total verrückt anzusehen!

Viele hatten auch musikalische Unterstützung dabei. Einigen genügten kleine Lautsprecher, andere brachten sogar ihren eigenen DJ mit! Diese 3 Männer machten eine unglaublich gute Stimmung. Der eine hatte ein Lastenrad mit bestimmt 3 großen Lautsprechern, während die anderen beiden eine Art Papstmobil fuhren, bei dem der eine strampelt und der andere Platten auflegt (sie haben sich aber abgewechselt). Bei Wartezeiten konnte man also sogar etwas tanzen.
Musikalische Unterstützung
Ein Highlight der Sternfahrt ist, dass ein Teil der Autobahn für die Demo gesperrt wird und die Fahrräder auf ihr fahren dürfen.
Auf zur Autobahn!
Ehe wir endlich auf die Autobahn durften, mussten wir bestimmt 45 Minuten warten. Leider war das genau der Zeitraum, in dem es fürchterlich anfangen musste zu regnen und zu gewittern.... Es fing ganz harmlos an, wurde dann aber so schlimm, dass wir wortwörtlich bis auf den Schlüppa nass wurden! Die Unterstellplätze waren bei der Menschenmenge schnell belegt und so standen wir zu viert ganz tapfer im Prasselregen. Wir nahmen es, so gut wie es ging, mit Gelassenheit und gönnten uns nachdem die Sturzflut endlich zu Ende war ein Bierchen! Dann endlich durften wir durch den Britzer Tunnel und auf der Stadtautobahn fahren. Das war ein unglaubliches Erlebnis als Fahrradfahrer durch einen langen Autobahntunnel zu düsen und dann die endlose Breite der top-asphaltierten Straße zu genießen!
Noch ist das Wetter schön...
Das Ende stellte die Siegessäule dar. Nachdem wir eine Runde rumgefahren sind, nahmen wir gemütlich Platz und quatschten so lange bis uns der Regen wieder nach Hause trieb. Auf dem Rückweg wurden der Schneck und ich das zweite Mal pitschnass. Da half auch kein Unterstellen im Tiergarten...
Ende der Route!
Wir wurden aber entschädigt für das doofe Nasswerden. Natürlich durch die Sternfahrt selbst, aber auch durch die kurze abschließende Fährfahrt auf dem Nachhauseweg!
Der FährBär!
Insgesamt sind wir zwischen 35 und 40 km Rad gefahren, wurden 2mal komplett nass und hatten einen riesen Haufen Spaß! Das nächste Jahr wollen wir bestimmt wieder mitfahren. Für ein fahrradfreundliches Berlin!

8. Juni 2016

Man wird erwachsen...

Ich bin jetzt in einem Lebensalter, in dem Menschen zusammenziehen, sich aneinander binden oder Kinder kriegen. Was man eben so mit Mitte Zwanzig, Anfang Dreizig macht :)

Nachdem letztes Jahr im September Schnecks Cousin und vor gut einem Monat das erste Pärchen meiner Familie geheiratet hat, steht schon die nächste Hochzeit im September an. Wie gesagt, man wird erwachsen...

Vor knapp einer Woche rief dann überraschenderweise Schwester Schneck aus ihrem Urlaub an und erzählte, dass sie und Freund P. seit gestern verlobt sind. Sie wollen nächstes Jahr im Sommer heiraten. Der Schneck und ich werden richtige Hochzeitsprofis!

Zu diesem freudigen Anlass wollten wir etwas schenken. Eine Kleinigkeit. Irgendetwas das einem Spaß auf die ganzen Vorbereitungen macht. Auf Pinterest kamen uns viele schöne Ideen entgegen und so habe ich nach dieser Idee Brautpaare erschaffen :) Da wir im September auch ein Geschenk brauchen, habe ich gleich ein zweites Paar bemalt. Wenn man die Farben schon mal auf der Palette hat und so im Schwung ist...
Schwester Schneck und Freund P., Freund D. und Cousine B.

Sogar mit kleinem Spitzenschleier

Kurzes braunes Haar mit Lidschatten und Perlenkette
Blondes Haar mit Wängchen und pinker Kette
Bemalt habe ich die Wäscheklammern mit Temperafarbe. Zur Fixierung wurden sie dann noch klar überlackiert. Die Schleier habe ich mit Heißkleber angebracht.

Eine Glückwunschkarte musste ebenfalls dazu:
Zum Freuen auf den großen Tag, war das "Hauptgeschenk" eine Kreidetafel in Herzform. Sie ist etwas größer als A4 und man kann, wenn das Datum feststeht, die Tage herunterzählen bis man Mr. und Mrs. ist. Natürlich gab es ein Stück rote Kreide dazu :)
Den Briefumschlag für die Karte hat der Schneck passend gebastelt und so konnte das Brautpaar und die Glückwunschkarte in eine Tüte mit Glitzerherzchen gesteckt werden und sind im Karton nicht untergegangen.
Wir hoffen, dass das Paket gut angekommen ist und viel Freude bereitet!
Alles Liebe zur Verlobung!

4. Juni 2016

15. Firmenlauf in Berlin

Am 27. Mai fand der Berliner Firmenlauf statt. Da können sich Mitarbeiter anmelden und für ihre Firma walken, laufen, skaten oder fahren. Die Strecke beginnt am Brandenburger Tor und endet dort nach 5,5 km wieder. Die Zielgerade ist auf der Straße des 17. Junis und man konnte auf Inlinern skaten, auf dem Einrad radeln, mit dem Rollstuhl fahren, walken oder laufen.

Der Schneck ist als studentische Hilfskraft für seine Firma gelaufen. Es haben sich nur 3 weitere Mitarbeiter gefunden, aber im nächsten Jahr werden es bestimmt mehr sein! Denn sie hatten alle eine Menge Spaß und als "Teambildungsevent" oder zum Kennenlernen der Kollegen aus anderen Abteilungen ist der Lauf eine tolle Sache. Obwohl es schon sehr anstrengend gewesen sein soll. Vor allem ohne vorheriges Training :) Aber sie kamen alle ins Ziel und sind gute Zeiten gelaufen.
Diese Skater hatten die 5,5 km schon hinter sich.
Traumhaftes Wetter auf der Zielgeraden

Kurz vor dem Ziel
Sehr beeindruckend waren die Feuerwehrleute, die in voller Montur, die 5,5 km "gelaufen" sind. Sie trugen ihre 13 kg schwere Ausrüstung und mussten mit Atemschutzmaske laufen. Als Begleitung hatte jeder einen Sanitäter dabei. Nicht das einer umkippt!
Insgesamt waren es wieder über 10.000 Teilnehmer. Deshalb zog sich der Start bei den Läufern auch etwas hin, aber nach 16 Minuten waren alle über die Startlinie gelaufen. Bei diesem Gewusel war es sehr gut, dass das Team Schneck knallgelbe und vor allem leuchtende Shirts an hatten. So konnte ich sie rechtzeitig entdecken und Fotos machen.
3 von 4 aus Team Schneck
Der erste Läufer hat die 5,5 km in gut 16 Minuten geschafft! Also als der Letzte den Start überquerte, war der Erste schon fast im Ziel :) Der Schneck war der schnellste aus seinem Team mit gut 26 Minuten. Die Zuschauerbeteiligung war relativ gering (im Vergleich zu anderen Berliner Läufen), aber mir hat es Spaß gemacht den Schneck anzufeuern und seine Kollegen kennen zu lernen.
Kurz vor'm Ziel!